Tagesmaxime
„Manchmal weiß der Geist selbst nicht mehr genau, was wirklich geschah — und was er sich im Laufe der Zeit nur eingeredet hat."
Das Prinzip des Mentalismus zeigt sich in einem wichtigen Phänomen: Der Geist kann im Laufe der Zeit nicht mehr sicher unterscheiden, was tatsächlich geschah, und was er sich durch wiederholtes Erzählen nur eingeredet hat.
🌿 Spirituelle Perspektive
Eine oft wiederholte Geschichte über ein vergangenes Ereignis kann sich über die Jahre so sehr verfestigen, dass die erzählende Person selbst nicht mehr sicher zwischen dem tatsächlichen Erlebten und der wiederholt erzählten Version unterscheiden kann. Das Prinzip des Mentalismus zeigt, wie formbar die eigene Erinnerung tatsächlich ist: Was als sichere, feste Erinnerung erlebt wird, ist oft eine rekonstruierte, mit jeder Erzählung leicht veränderte Version. Diese Erkenntnis fordert zu einer gewissen Demut gegenüber der eigenen Erinnerung auf.
⚛ Wissenschaftlicher Blick
Die Gedächtnisforschung von Elizabeth Loftus zeigt konkret, dass wiederholtes Erzählen einer Erinnerung nachweislich zu deren Veränderung führen kann — ein Prozess, der als ‚narrative smoothing' beschrieben wird. Studien zu falschen Erinnerungen zeigen zudem, dass Menschen mit hoher subjektiver Gewissheit über eine Erinnerung objektiv nicht zuverlässiger sind als Menschen mit geringerer Gewissheit.
✦ Dein Micro-Step heute
Betrachte heute eine oft erzählte, wichtige Erinnerung mit der offenen Frage, ob sie sich über die Jahre vielleicht verändert hat.
💭 Zum Nachdenken
Welche oft erzählte Geschichte aus deiner Vergangenheit könnte sich über die Jahre von dem, was tatsächlich geschah, entfernt haben?
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